Was ist Fused Deposition Modeling (FDM) 3D-Druck?
Zuletzt aktualisiert am Jan 02, 2026
Fused Deposition Modeling (FDM), auch bekannt als Fused Filament Fabrication (FFF), ist ein revolutionäres 3D-Druckverfahren, bei dem Objekte Schicht für Schicht aus thermoplastischen Materialien aufgebaut werden. Dieses Verfahren hat die Fertigungsindustrie grundlegend verändert, da es die Herstellung komplexer Designs und Geometrien ermöglicht und sich dadurch branchenübergreifend als bevorzugte Technologie etabliert hat.
Dieser Artikel beleuchtet die Details des FDM-3D-Drucks – von den grundlegenden Funktionsprinzipien über die verwendeten Materialien bis hin zu Vorteilen, Nachteilen und praxisnahen Tipps von JLCPCB.
Wie funktioniert der FDM-3D-Druck?
Der FDM-3D-Druck beginnt mit einem digitalen 3D-Modell, das mithilfe von CAD-Software (Computer-Aided Design) erstellt wird. Anschließend wird das Modell mithilfe einer Slicing-Software in mehrere horizontale Schichten unterteilt, wobei eine Reihe von Anweisungen im sogenannten G-Code-Format generiert wird. Dieser G-Code dient dem 3D-Drucker als Steuerungsgrundlage und bestimmt Bewegungsabläufe sowie Extrusionsparameter.
Eine Spule mit thermoplastischem Filament – meist aus Materialien wie PLA oder ABS – wird in den Drucker eingelegt. Das Filament wird durch eine beheizte Extruderdüse geführt, in der es in einen halbflüssigen Zustand geschmolzen wird. Eine präzise Temperaturregelung stellt sicher, dass das Material während der Extrusion geschmolzen bleibt. Der Drucker folgt anschließend exakt dem im G-Code vorgegebenen Pfad und trägt das Material Schicht für Schicht auf die Bauplattform auf. Während jede Schicht abkühlt und aushärtet, verbindet sie sich mit den darunterliegenden Schichten, sodass nach und nach das fertige dreidimensionale Objekt entsteht.
Für den FDM-Druck verwendete Materialien
Der FDM-Druck unterstützt eine Vielzahl thermoplastischer Materialien, die jeweils spezifische Eigenschaften für unterschiedliche Anwendungen aufweisen:
PLA (Polylactid):
Bekannt für seine einfache Verarbeitung, ist PLA biologisch abbaubar und eignet sich hervorragend für Prototypen und optisch ansprechende Drucke.
ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol):
ABS zeichnet sich durch hohe Robustheit aus und wird häufig für funktionale Bauteile und Objekte verwendet, die stoßfest sein müssen.
PETG (Polyethylenterephthalat-Glykol):
PETG kombiniert die Vorteile von PLA und ABS und bietet eine gute Balance aus Festigkeit, Flexibilität und Druckbarkeit.
Nylon:
Dank hoher Festigkeit und Zähigkeit eignet sich Nylon ideal für funktionale und mechanische Bauteile.
TPU (Thermoplastisches Polyurethan):
Die hohe Flexibilität und Elastizität von TPU machen es geeignet für Produkte wie Handyhüllen oder tragbare Accessoires.
Vorteile des FDM-3D-Drucks
- Kosteneffizienz: FDM macht den Einsatz komplexer Formen überflüssig und senkt dadurch die Produktionskosten.
- Schnelligkeit und Effizienz: Prototypen und Endprodukte können deutlich schneller hergestellt werden als mit herkömmlichen Fertigungsverfahren.
- Materialvielfalt: FDM unterstützt zahlreiche thermoplastische Materialien und bietet dadurch große Flexibilität bei Design und Anwendung.
- Individualisierung: Komplexe Designs und individuelle Anpassungen lassen sich problemlos umsetzen.
- Benutzerfreundlichkeit: FDM-Drucker sind dank ihrer intuitiven Bedienung sowohl für Einsteiger als auch für professionelle Anwender geeignet.
Nachteile des FDM-3D-Drucks
- Sichtbare Schichtlinien: Gedruckte Objekte können sichtbare Schichtlinien aufweisen, was die Oberflächenglätte beeinträchtigt.
- Variierende Materialfestigkeit: Die mechanischen Eigenschaften von FDM-Bauteilen erreichen nicht immer das Niveau konventionell gefertigter Teile.
- Maßgenauigkeit: Aufgrund von Faktoren wie Materialschrumpfung kann es zu geringfügigen Abweichungen von den Sollmaßen kommen.
Top-Tipps von JLCPCB
Um das FDM-3D-Druckerlebnis zu optimieren, ist es wichtig, die Produktionskapazitäten und Konstruktionsanforderungen im Voraus zu kennen.
| Konstruktionsrichtlinien für FDM |
| Minimale Bauteilgröße: 30 mm × 30 mm × 15 mm |
| Maximale Bauteilgröße: 550 mm × 480 mm × 480 mm |
| Empfohlene Wandstärke: 1,2 mm |
| Minimale erhabene & gravierte Details: 1,0 mm Tiefe & 1,0 mm Breite |
| Mindestabstand (zwischen zu montierenden Bauteilen): 0,5 mm |
| Mindestabstand (zwischen beweglichen oder verbundenen Teilen): 0,5 mm |
| Gewindedesign: Gewindesteigung – 1,0 mm |
| Minimaler Durchmesser von Entlüftungsöffnungen: 2,5 mm |
| Minimales Lochdesign: 3,0 mm |
| Minimales Säulendesign: 2,5 mm |
Fazit
Der FDM-3D-Druck ist eine bemerkenswerte Technologie, die die Fertigungslandschaft nachhaltig verändert hat. Dank der Fähigkeit, komplexe Designs schnell zu realisieren, Produkte individuell anzupassen und Innovationen voranzutreiben, beeinflusst FDM zahlreiche Branchen – von der Luft- und Raumfahrt bis zur Modeindustrie. Trotz einiger Einschränkungen ermöglichen der kontinuierliche technologische Fortschritt sowie die von Experten wie JLC3DP bereitgestellten Einblicke sowohl Enthusiasten als auch Fachleuten, sich sicher und effizient in der Welt des FDM-3D-Drucks zu bewegen.